{"id":2712,"date":"2026-10-27T23:29:55","date_gmt":"2026-10-27T22:29:55","guid":{"rendered":"https:\/\/quantenfrosch.at\/blog\/?p=2712"},"modified":"2026-10-27T23:45:33","modified_gmt":"2026-10-27T22:45:33","slug":"mathematische-zeichen-im-web","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quantenfrosch.at\/blog\/mathematische-zeichen-im-web\/","title":{"rendered":"Mathematische Zeichen im Web"},"content":{"rendered":"<h2>Von Widmanns Pluszeichen zu Unicode, MathML und LaTeX in WordPress<\/h2>\n<p>Bis ins sp\u00e4te Mittelalter wurden Rechenoperationen ausgeschrieben. Wer addieren wollte, formulierte das in Worten, und wer eine l\u00e4ngere Rechnung festhielt, brauchte daf\u00fcr ganze S\u00e4tze. Die kompakte Notation, die heute jedes Schulkind verwendet, ist deutlich j\u00fcnger als die Mathematik selbst, und sie hat Jahrhunderte gebraucht, bis \u00fcberall dasselbe Zeichen dieselbe Operation bedeutete.<\/p>\n<p>Im Web wiederholt sich diese Geschichte im Kleinen. Ein Pluszeichen in einen Blogbeitrag zu tippen, ist trivial. Ein echtes Minuszeichen, ein Bruch oder eine ganze Formel dagegen stellen jede Website vor die Frage, wie die Notation technisch in den Browser kommt. Wer dabei Oberfl\u00e4chen oder Dokumentation aus dem Englischen \u00fcbernimmt, stolpert zus\u00e4tzlich \u00fcber die Begriffe: Eine \u00dcbersicht, wie \u00absign\u00bb im \u00f6sterreichischen Deutsch je nach Zusammenhang \u00fcbersetzt wird, gibt es auf<a href=\"https:\/\/signs-at.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Signs AT<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/quantenfrosch.at\/blog\/wp-content\/uploads\/Mathematische-Zeichen-Wordpress.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-2715\" src=\"https:\/\/quantenfrosch.at\/blog\/wp-content\/uploads\/Mathematische-Zeichen-Wordpress-1024x576.png\" alt=\"Mathematische Zeichen im Web\" width=\"1024\" height=\"576\" srcset=\"https:\/\/quantenfrosch.at\/blog\/wp-content\/uploads\/Mathematische-Zeichen-Wordpress-1024x576.png 1024w, https:\/\/quantenfrosch.at\/blog\/wp-content\/uploads\/Mathematische-Zeichen-Wordpress-300x169.png 300w, https:\/\/quantenfrosch.at\/blog\/wp-content\/uploads\/Mathematische-Zeichen-Wordpress-768x432.png 768w, https:\/\/quantenfrosch.at\/blog\/wp-content\/uploads\/Mathematische-Zeichen-Wordpress-1536x864.png 1536w, https:\/\/quantenfrosch.at\/blog\/wp-content\/uploads\/Mathematische-Zeichen-Wordpress.png 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<h2><b>F\u00fcnf Jahrhunderte Notation in Kurzform<\/b><\/h2>\n<p>Den Anfang machten die beiden Zeichen, die heute am selbstverst\u00e4ndlichsten wirken. Widmann f\u00fchrte 1489 die Symbole \u201e+\u201c und \u201e\u2212\u201c in gedruckter Form ein. Knapp siebzig Jahre sp\u00e4ter folgte das Gleichheitszeichen: Recorde schlug es 1557 vor und begr\u00fcndete seine Wahl ausdr\u00fccklich, zwei parallele Linien seien einander maximal \u00e4hnlich. F\u00fcr mich ist das eine der wenigen Stellen, an denen sich der Erfinder eines Symbols selbst erkl\u00e4rt hat.<\/p>\n<p>Bei den \u00fcbrigen Zeichen ist die Herleitung unterschiedlich gut belegt:<\/p>\n<ul>\n<li aria-level=\"1\"><b>\u221e<\/b> taucht 1655 bei Wallis auf. Eine verbreitete Deutung leitet die Form aus der r\u00f6mischen Schreibweise f\u00fcr Tausend ab.<\/li>\n<li aria-level=\"1\"><b>\u03c0<\/b> wurde 1706 von Jones vorgeschlagen und durch Euler allgemein durchgesetzt. Der Buchstabe geht auf das griechische perimetros zur\u00fcck, also den Umfang.<\/li>\n<li aria-level=\"1\"><b>%<\/b> stammt aus dem Italienischen. Aus per cento entwickelte sich \u00fcber die Kurzform \u201epc\u201c die heutige Schreibweise.<\/li>\n<li aria-level=\"1\"><b>\u00f7<\/b> tr\u00e4gt den Fachnamen Obelus. Antike Textgelehrte markierten damit Stellen, die sie f\u00fcr unecht hielten, lange bevor es in der Rechenpraxis auftauchte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Verbindlich wurde die Notation erst im 18. und 19. Jahrhundert. Bis dahin konnte dasselbe Zeichen in unterschiedlichen Druckereien f\u00fcr verschiedene Operationen stehen. Genau dieses Problem, ein Zeichen, mehrere m\u00f6gliche Bedeutungen, kehrt bei der Darstellung im Web wieder, nur hei\u00dfen die Druckereien heute Zeichensatz, Browser und Plugin.<\/p>\n<h2><b>Ebene 1: Unicode und HTML-Entities<\/b><\/h2>\n<p>F\u00fcr einzelne Zeichen im Flie\u00dftext ist keine Formel-Technik n\u00f6tig. Jedes mathematische Zeichen hat in Unicode einen eigenen Codepunkt, und f\u00fcr die g\u00e4ngigsten gibt es in HTML benannte Entities. Damit lassen sich Prozentangaben, Preisvergleiche oder eine Ungleichung im Text sauber setzen.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><b>Zeichen<\/b><\/td>\n<td><b>Englisch<\/b><\/td>\n<td><b>Deutsch (AT)<\/b><\/td>\n<td><b>Unicode<\/b><\/td>\n<td><b>HTML<\/b><\/td>\n<td><b>LaTeX<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>+<\/td>\n<td>plus sign<\/td>\n<td>Pluszeichen<\/td>\n<td>U+002B<\/td>\n<td>+<\/td>\n<td>+<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u2212<\/td>\n<td>minus sign<\/td>\n<td>Minuszeichen<\/td>\n<td>U+2212<\/td>\n<td>&amp;minus;<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>=<\/td>\n<td>equals sign<\/td>\n<td>Gleichheitszeichen<\/td>\n<td>U+003D<\/td>\n<td>=<\/td>\n<td>=<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00d7<\/td>\n<td>multiplication sign<\/td>\n<td>Multiplikationszeichen, Malzeichen<\/td>\n<td>U+00D7<\/td>\n<td>&amp;times;<\/td>\n<td>\\times<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00f7<\/td>\n<td>division sign<\/td>\n<td>Divisionszeichen<\/td>\n<td>U+00F7<\/td>\n<td>&amp;divide;<\/td>\n<td>\\div<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00b1<\/td>\n<td>plus-minus sign<\/td>\n<td>Plusminuszeichen<\/td>\n<td>U+00B1<\/td>\n<td>&amp;plusmn;<\/td>\n<td>\\pm<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u2260<\/td>\n<td>not equal to<\/td>\n<td>Ungleichheitszeichen<\/td>\n<td>U+2260<\/td>\n<td>&amp;ne;<\/td>\n<td>\\neq<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&lt;<\/td>\n<td>less-than sign<\/td>\n<td>Kleiner-als-Zeichen<\/td>\n<td>U+003C<\/td>\n<td>&amp;lt;<\/td>\n<td>&lt;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>&gt;<\/td>\n<td>greater-than sign<\/td>\n<td>Gr\u00f6\u00dfer-als-Zeichen<\/td>\n<td>U+003E<\/td>\n<td>&amp;gt;<\/td>\n<td>&gt;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u221e<\/td>\n<td>infinity<\/td>\n<td>Unendlichkeitszeichen<\/td>\n<td>U+221E<\/td>\n<td>&amp;infin;<\/td>\n<td>\\infty<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u03c0<\/td>\n<td>pi<\/td>\n<td>Pi<\/td>\n<td>U+03C0<\/td>\n<td>&amp;pi;<\/td>\n<td>\\pi<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Auff\u00e4llig ist die Regelm\u00e4\u00dfigkeit in den beiden Sprachspalten: Im Englischen steht durchgehend \u201esign\u201c als zweites Glied, im Deutschen durchgehend \u201e-zeichen\u201c. Bei \u201e&lt;\u201c und \u201e&gt;\u201c ist die Entity in HTML \u00fcbrigens keine Stilfrage, weil beide Zeichen sonst als Beginn oder Ende eines Tags gelesen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<h3><b>Der Bindestrich ist kein Minus<\/b><\/h3>\n<p>Der h\u00e4ufigste Fehler auf Websites mit Zahlen ist unscheinbar. Das Zeichen, das die Tastatur beim Strich liefert, ist der Bindestrich-Minus mit dem Codepunkt U+002D. Er ist ein Kompromiss aus der Zeit der Schreibmaschinen und fr\u00fchen Zeichenkodierungen, in denen Bindestrich, Minus und verschiedene Striche auf einer einzigen Taste lagen, weil sie \u00e4hnlich aussahen. ASCII hat diesen Doppelcharakter schon im Namen festgeschrieben.<\/p>\n<p>Das eigentliche Minuszeichen ist U+2212, in HTML &amp;minus;. In den meisten Schriften entspricht es in H\u00f6he und L\u00e4nge dem Pluszeichen, w\u00e4hrend der Bindestrich-Minus eher dem gew\u00f6hnlichen Bindestrich gleicht. Wer Temperaturen, Kursver\u00e4nderungen oder Rechenwege darstellt, sieht den Unterschied sofort, sobald Plus und Minus untereinander stehen.<\/p>\n<p>Es ist eine bemerkenswerte Parallele zur Druckgeschichte: F\u00fcnfhundert Jahre nach Widmann teilen sich Minus und Bindestrich auf vielen Websites wieder dasselbe Zeichen, so wie fr\u00fcher ein Symbol in verschiedenen Werkst\u00e4tten Verschiedenes bedeuten konnte.<\/p>\n<h2><b>Ebene 2: MathML direkt im Browser<\/b><\/h2>\n<p>Sobald aus einzelnen Zeichen eine Formel wird, reicht Unicode nicht mehr. Ein Bruch, eine Hochzahl oder eine Wurzel braucht Struktur. Daf\u00fcr gibt es MathML, eine XML-basierte Sprache zur Beschreibung mathematischer Notation.<\/p>\n<p>F\u00fcr Browser ma\u00dfgeblich ist heute MathML Core, eine Teilmenge, die eigens daf\u00fcr zugeschnitten ist, mit HTML, CSS, DOM und JavaScript zusammenzuarbeiten. Die Geschichte dahinter ist holprig verlaufen. Aus der Chromium-Engine war MathML 2013 entfernt worden und kam erst mit Chrome 109 im J\u00e4nner 2023 zur\u00fcck. Seither ist MathML nach Angaben von MDN in allen g\u00e4ngigen Browsern verf\u00fcgbar und gilt als \u201eBaseline: Widely available\u201c.<\/p>\n<p>Ein einfaches Beispiel, die Zahl \u03c0\u00b2 durch 6:<\/p>\n<p>&lt;p&gt;<br \/>\nDie reelle Zahl<br \/>\n&lt;math&gt;<br \/>\n&lt;mfrac&gt;<br \/>\n&lt;msup&gt;<br \/>\n&lt;mi&gt;\u03c0&lt;\/mi&gt;<br \/>\n&lt;mn&gt;2&lt;\/mn&gt;<br \/>\n&lt;\/msup&gt;<br \/>\n&lt;mn&gt;6&lt;\/mn&gt;<br \/>\n&lt;\/mfrac&gt;<br \/>\n&lt;\/math&gt;<br \/>\nist irrational.<br \/>\n&lt;\/p&gt;<\/p>\n<p>Die Elemente sind sprechend benannt: &lt;mi&gt; steht f\u00fcr einen Bezeichner, &lt;mn&gt; f\u00fcr eine Zahl, &lt;mo&gt; f\u00fcr einen Operator, &lt;mfrac&gt; f\u00fcr einen Bruch und &lt;msup&gt; f\u00fcr eine Hochstellung. Das Attribut display am &lt;math&gt;-Element entscheidet \u00fcber die Darstellung. Ohne Angabe gilt inline, die Formel steht im Textfluss. Mit display=&#8220;block&#8220; erscheint sie abgesetzt in einem eigenen Block. Zus\u00e4tzlich hat &lt;math&gt; die implizite ARIA-Rolle math, sodass assistive Technologien den Inhalt als mathematischen Ausdruck erkennen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Der Vorteil liegt auf der Hand: kein JavaScript, keine externe Bibliothek, keine Abh\u00e4ngigkeit von einem fremden Server. Der Nachteil ebenso, denn MathML von Hand zu schreiben ist m\u00fchsam, und schon eine mittelgro\u00dfe Formel f\u00fcllt viele Zeilen.<\/p>\n<h2><b>Ebene 3: LaTeX-Syntax mit JavaScript-Bibliotheken<\/b><\/h2>\n<p>Wer regelm\u00e4\u00dfig Formeln ver\u00f6ffentlicht, schreibt sie in der Regel in LaTeX-Syntax und \u00fcberl\u00e4sst die Darstellung einer Bibliothek. Zwei Projekte dominieren dieses Feld.<\/p>\n<p><b>MathJax<\/b> ist am 5. August 2025 in Version 4.0.0 erschienen. Die neue Version bringt eine Standardschrift mit deutlich gr\u00f6\u00dferer Zeichenabdeckung, Unterst\u00fctzung f\u00fcr elf weitere Schriften und Zeilenumbr\u00fcche sowohl in Formeln im Flie\u00dftext als auch in abgesetzten Formeln. F\u00fcr die Barrierefreiheit ist der Expression Explorer nun standardm\u00e4\u00dfig aktiv, die Sprachausgabe l\u00e4uft in einem eigenen Web-Worker.<\/p>\n<p><b>KaTeX<\/b> setzt auf Geschwindigkeit. Die Bibliothek rendert synchron, ohne einen erneuten Reflow der Seite zu erzwingen, orientiert sich im Layout an TeX und kommt ohne Abh\u00e4ngigkeiten aus. F\u00fcr Websites besonders interessant ist das serverseitige Rendering: Weil die Ausgabe unabh\u00e4ngig vom Browser gleich ist, l\u00e4sst sich eine Formel mit Node.js vorab in HTML umwandeln.<\/p>\n<p>const html = katex.renderToString(&#8222;c = \\\\pm\\\\sqrt{a^2 + b^2}&#8220;, {<\/p>\n<p>throwOnError: false<\/p>\n<p>});<\/p>\n<p>Wird alles auf dem Server gerendert, braucht der Client kein JavaScript mehr, wohl aber das CSS und die Schriftdateien von KaTeX. Mit throwOnError: false erscheint fehlerhafte Eingabe als roter TeX-Quelltext, statt die Seite zu st\u00f6ren.<\/p>\n<h2><b>LaTeX in WordPress: vier Wege und ihr Zustand<\/b><\/h2>\n<p>In WordPress landet man meist bei einem Plugin. Ich habe mir die verbreiteten Varianten angesehen, und der Befund ist ern\u00fcchternder als erwartet.<\/p>\n<p><b>Jetpack Math-Block (fr\u00fcher LaTeX).<\/b> Die Funktion ist standardm\u00e4\u00dfig deaktiviert und wird unter Jetpack \u2192 Einstellungen \u2192 Schreiben im Abschnitt Verfassen eingeschaltet. Formeln werden in $latex &#8230; $ geschrieben, zum Beispiel latexr2. Dargestellt werden sie als Bilder, die von s0.wp.com\/latex.php geladen werden. Die Gr\u00f6\u00dfe l\u00e4sst sich mit &amp;s= von \u22124 bis 4 steuern, Hinter- und Vordergrundfarbe mit &amp;bg= und &amp;fg= als Hex-Wert. Verf\u00fcgbar sind die Pakete amsmath, amsfonts und amssymb, Umgebungen wie align funktionieren dagegen nicht.<\/p>\n<p><b>KaTeX (Tom Churchman).<\/b> Das Plugin bindet die KaTeX-Bibliothek in Version 0.16.22 ein und rendert im Browser der Besucherinnen und Besucher. Formeln werden per Shortcode [katex]&#8230;[\/katex] gesetzt, f\u00fcr abgesetzte Formeln mit display=true. Dazu gibt es einen Gutenberg-Block mit Vorschau direkt im Editor.<\/p>\n<p><b>MathJax-LaTeX.<\/b> Mit \u00fcber 10.000 aktiven Installationen das verbreitetste der hier genannten Plugins aus dem Verzeichnis. Es unterst\u00fctzt [latex]&#8230;[\/latex], die native MathJax-Syntax und die Schreibweise latex&#8230;. Die letzte Aktualisierung liegt rund zwei Jahre zur\u00fcck.<\/p>\n<p><b>WP LaTeX.<\/b> Erzeugt PNG-Bilder, entweder \u00fcber den LaTeX-Server von WordPress.com oder \u00fcber eine eigene LaTeX-Installation am Webserver. Getestet ist es laut Pluginverzeichnis bis WordPress 4.1.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><b>L\u00f6sung<\/b><\/td>\n<td><b>Darstellung<\/b><\/td>\n<td><b>Syntax<\/b><\/td>\n<td><b>Aktive Installationen<\/b><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Jetpack Math-Block<\/td>\n<td>Bild von WordPress.com<\/td>\n<td>latex&#8230;<\/td>\n<td>Teil von Jetpack<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>KaTeX<\/td>\n<td>im Browser, KaTeX 0.16.22<\/td>\n<td>[katex], Block<\/td>\n<td>2.000+<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>MathJax-LaTeX<\/td>\n<td>im Browser, MathJax<\/td>\n<td>\n<p>[latex],<\/p>\n<p>&#8230;<\/td>\n<td>10.000+<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>WP LaTeX<\/td>\n<td>PNG-Bild<\/td>\n<td>[latex], latex&#8230;<\/td>\n<td>700+<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Hinweis: F\u00fcr die drei Plugins aus dem Verzeichnis weist WordPress.org im Oktober 2026 darauf hin, dass sie mit den letzten drei Hauptversionen von WordPress nicht getestet wurden. Das bedeutet nicht zwingend, dass sie nicht funktionieren, wohl aber, dass vor dem Einsatz auf einer Produktivseite ein Test auf einer Staging-Umgebung angebracht ist.<\/p>\n<h2><b>Welche Variante f\u00fcr welchen Zweck<\/b><\/h2>\n<p>Die Wahl h\u00e4ngt vor allem davon ab, wie viel Mathematik eine Website tats\u00e4chlich enth\u00e4lt.<\/p>\n<ul>\n<li aria-level=\"1\"><b>Einzelne Zeichen im Text<\/b>, etwa Prozentangaben, Preisspannen oder ein Malzeichen bei Abmessungen: Unicode und HTML-Entities, ohne jedes Plugin.<\/li>\n<li aria-level=\"1\"><b>Wenige Formeln ohne zus\u00e4tzliche Abh\u00e4ngigkeiten:<\/b> MathML direkt im HTML, seit J\u00e4nner 2023 in allen g\u00e4ngigen Browsern darstellbar.<\/li>\n<li aria-level=\"1\"><b>Viele Formeln oder Autorinnen und Autoren, die LaTeX gewohnt sind:<\/b> KaTeX oder MathJax, bei KaTeX auf Wunsch serverseitig vorgerendert.<\/li>\n<li aria-level=\"1\"><b>Bestehende Jetpack-Installation:<\/b> Der Math-Block ist schnell aktiviert, liefert aber Bilder von einem externen Server statt Text, der sich markieren und kopieren l\u00e4sst.<\/li>\n<\/ul>\n<h2><b>Zeichen, Symbol, Schild: die Begriffe in Doku und Oberfl\u00e4che<\/b><\/h2>\n<p>Wer Plugin-Oberfl\u00e4chen, Fehlermeldungen oder Dokumentation aus dem Englischen \u00fcbersetzt, trifft auf ein Wort, das im Deutschen mehrere Entsprechungen hat. Im mathematischen Zusammenhang hei\u00dft es Zeichen oder Symbol, je nachdem, ob die Operation oder die Darstellung gemeint ist. Ein \u201eplus sign\u201c ist ein Pluszeichen, niemals ein Plusschild. Das Schild geh\u00f6rt an die T\u00fcr oder an die Fassade.<\/p>\n<p>Die Faustregel, die in den meisten F\u00e4llen tr\u00e4gt: Steht das Zeichen auf Papier oder am Bildschirm und bezeichnet eine Operation, hei\u00dft es Zeichen. H\u00e4ngt es an einer Wand und informiert Menschen, hei\u00dft es Schild.<\/p>\n<h2><b>H\u00e4ufig gestellte Fragen<\/b><\/h2>\n<p><b>Warum sieht mein Minuszeichen k\u00fcrzer aus als das Plus?<\/b> Vermutlich steht im Text der Bindestrich-Minus U+002D von der Tastatur. Das echte Minuszeichen ist U+2212 und l\u00e4sst sich in HTML als &amp;minus; schreiben.<\/p>\n<p><b>Brauche ich f\u00fcr Formeln noch eine JavaScript-Bibliothek?<\/b> Nicht zwingend. MathML ist seit J\u00e4nner 2023 in allen g\u00e4ngigen Browsern verf\u00fcgbar. Bibliotheken wie KaTeX oder MathJax lohnen sich vor allem dann, wenn Formeln in LaTeX-Syntax geschrieben werden sollen.<\/p>\n<p><b>Warum erscheinen Formeln aus dem Jetpack Math-Block als Bild?<\/b> Weil Jetpack die Formeln \u00fcber s0.wp.com\/latex.php als Bild ausliefert. Das funktioniert ohne Einrichtung, die Formel ist dann aber kein markierbarer Text.<\/p>\n<p><b>Was ist der Unterschied zwischen KaTeX und MathJax?<\/b> KaTeX ist auf schnelles, synchrones Rendering ausgelegt und l\u00e4sst sich serverseitig vorrendern. MathJax hat mit Version 4.0 vor allem bei Schriften, Zeilenumbr\u00fcchen und Barrierefreiheit nachgelegt.<\/p>\n<h2><b>Fazit<\/b><\/h2>\n<p>Ehrlich gesagt hat mich bei der Recherche am meisten \u00fcberrascht, wie sehr sich die Geschichte wiederholt. Zwischen Widmanns erstem gedruckten Pluszeichen und einer verbindlichen Notation lagen rund dreihundert Jahre, und auch im Web hat es von der Entfernung aus Chromium 2013 bis zur R\u00fcckkehr 2023 ein Jahrzehnt gedauert, bis Formeln \u00fcberall ohne Umweg dargestellt werden konnten. F\u00fcr die Praxis hei\u00dft das: einzelne Zeichen sauber per Unicode setzen, f\u00fcr echte Formeln MathML oder eine Bibliothek w\u00e4hlen, und bei WordPress-Plugins vor dem Einsatz genau auf den Pflegezustand schauen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Widmanns Pluszeichen zu Unicode, MathML und LaTeX in WordPress Bis ins sp\u00e4te Mittelalter wurden Rechenoperationen ausgeschrieben. 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