Headless WordPress trennt Backend von Frontend. Das verspricht mehr Flexibilität, schnellere Ladezeiten und moderne Architektur. In der Praxis scheitern viele KMU jedoch an der Komplexität. Plugin-Inkompatibilitäten und doppelte Wartungskosten machen es schwer. MBIT Websites warnt: „Erfordert tiefes Verständnis von Frontend-Tech und REST-API – Herausforderung für unerfahrene Teams.“ Enterprise-Projekte mit hohem Traffic und Multichannel-Anforderungen setzen dagegen zunehmend auf Decoupled WordPress.
Wir analysieren: Für wen lohnt sich Headless WordPress 2026 wirklich? Basierend auf Daten zu Entwicklungskosten, Performance-Benchmarks und Frontend-Frameworks klären wir die Voraussetzungen. Typische Migrationsprobleme. Und die Grenze zwischen sinnvollem Einsatz und überhöhtem Aufwand. Kein Marketing-Hype. Nur Fakten aus der Praxis.
Was ist Headless WordPress und wie funktioniert die Architektur?
Die technische Grundlage: WordPress REST API und Decoupled Architecture
Headless WordPress nutzt WordPress rein als Backend für Inhaltsverwaltung. Das klassische PHP-Frontend – Themes, Page Builder – ersetzt eine separate Technologie. Meist JavaScript-Frameworks wie React, Vue.js oder Angular. Kommunikation läuft über die WordPress REST API, seit Version 4.7 (2016) im Core.
Viele Projekte bevorzugen GraphQL via Plugins wie WPGraphQL. GraphQL liefert präzisere Abfragen als REST. Eine Query holt verschachtelte Daten – Post, Autor, Kategorie. Das entlastet den Server und spart Ladezeit bei komplexen Strukturen.
Konkret: WordPress auf einem Server (z. B. LAMP-Stack). Frontend auf einem anderen (oft Static Site Generator via Vercel, Netlify). Redakteure bearbeiten im WordPress-Admin. Die Ausgabe kommt aber nicht aus wp-content/themes, sondern via API-Calls ans Frontend.
Unterschied zu traditionellem WordPress: Monolith vs. Separation
Traditionelles WordPress ist ein Monolith. Backend, Frontend und Datenbank verzahnt. Themes greifen direkt in die MySQL-Datenbank zu. Plugins erwarten Template-Hierarchien. Plug-and-Play: Elementor installieren, Theme aktivieren, fertig.
Headless bricht das auf. Das Frontend kennt keine WordPress-Templates. Plugins wie Advanced Custom Fields (ACF) liefern Daten nur via API. Page Builder mit Live-Preview (Elementor, Divi) verlieren ihre Kernfunktion. Kein visuelles Frontend. WP Munich fasst es zusammen: „Viele Plugins funktionieren nicht plug-and-play, da sie auf traditionelles Frontend angewiesen sind.“
Vorteil: Volle Kontrolle über die Darstellung. Entwickler nutzen moderne Tech – React Hooks, Vue Composition API – ohne PHP-Grenzen. Nachteil: Zwei Systeme. Doppelte Komplexität bei Einrichtung, Wartung und Fehlersuche.
Warum der Trend zu Decoupled WordPress 2024-2026 zunimmt
Planweb (Januar 2026) sieht Headless WordPress als Top-Trend für Enterprise. Drei Treiber:
- Core Web Vitals als Ranking-Faktor: Googles Metriken (LCP, FID, CLS) strafen langsame Setups ab. Static Site Generation (SSG) mit Next.js oder Gatsby liefert vorgerenderte HTML. Messbar schneller als PHP-Seiten.
- Multichannel-Publishing: Inhalte für Website, Apps, Digital Signage, Voice Assistants. WordPress REST API: Einmal pflegen, überall nutzen.
- AI-gestützte Optimierungen: Digirelation (2026) meldet wachsende AI-Integration für Personalisierung oder Übersetzungen. API-first macht es einfacher.
Scriptflow (2026) zeigt im Headless-CMS-Vergleich: Native Systeme (Strapi, Contentful) performen oft besser als umgebautes WordPress. Headless WordPress bleibt Kompromiss. Sinnvoll bei vorhandener WordPress-Expertise.

Welche Frontend-Frameworks werden für Headless WordPress eingesetzt?
React-basierte Lösungen: Next.js als Standard
Next.js (React-Framework von Vercel) dominiert. Gründe:
- Server-Side Rendering (SSR): SEO-freundlicher als Client-Side.
- Static Site Generation (SSG): Build zu statischen HTML. CDN mit minimaler Latenz.
- Incremental Static Regeneration (ISR): Automatische Updates bei Content-Änderungen. Kein voller Rebuild.
Integration: WPGraphQL exportiert Daten. Next.js holt sie via GraphQL. Beispiel:
// pages/posts/[slug].js in Next.js
export async function getStaticProps({ params }) {
const res = await fetch(`https://wordpress-backend.com/graphql`, {
method: 'POST',
body: JSON.stringify({ query: `{ postBy(slug: "${params.slug}") { title content } }` })
});
return { props: { post: await res.json() } };
}
Vorteil: React-Ökosystem (npm, Tailwind CSS). Nachteil: JavaScript zwingend. Keine Lösung für WordPress-only-Teams.
Vue.js und Nuxt.js: Alternative für Vue-Entwickler
Nuxt.js (Vue-basiert) spiegelt Next.js-Features (SSR, SSG). Vue.js wirkt einsteigerfreundlicher. Weniger Boilerplate, intuitive Syntax.
Für Agenturen mit Vue-Fokus oder bestehendem Stack. Hostpress (2024): Zweithäufigste Wahl nach React.
Tipp: Vue + REST API ohne Extra-Plugins. Reicht für kleinere Projekte.
Gatsby vs. Next.js: SSG-Performance-Unterschiede
Gatsby (React-SSG) führte 2018-2020. Seit 2024 rückt Next.js auf. Gatsby baut bei Updates die gesamte Site neu – bei 1.000+ Seiten 10-30 Minuten. Next.js ISR aktualisiert gezielt.
Gatsby passt zu Content-Sites ohne häufige Changes (Corporate, Portfolios). WP Munich: „Wenn maximale Performance vor Update-Speed geht.“
Angular und andere Frameworks: Randerscheinungen
Angular (Google) selten. Zu schwer für Content-Projekte. Svelte oder Astro kommen 2026. Noch ohne starke WordPress-Integration.
Entwicklungskosten: Headless vs. traditionelles WordPress-Setup
Initiale Setup-Kosten: Realistische Zahlen für KMU und Enterprise
Traditionelles Setup (Theme + Plugins): 2.000–8.000 € bei Agenturen. Headless verdoppelt oder verdreifacht das. WP Munich: „Deutlich mehr Aufwand.“ Durch:
- Backend-Konfiguration: WordPress + API/GraphQL + Custom Post Types + ACF (5–10 Stunden)
- Frontend-Entwicklung: React/Vue-App + Integration + Routing + Styling (20–40 Stunden)
- DevOps: Zwei Hostings + CI/CD (5–10 Stunden)
Schätzung (DACH-Stundensatz 80–120 €):
- KMU-Projekt (10–20 Seiten, Blog, Kontakt): 8.000–15.000 €
- Enterprise-Projekt (100+ Seiten, Multichannel, Custom): 25.000–60.000 €
Vergleich traditionell: 4.000–7.000 € (KMU), 12.000–30.000 € (Enterprise).
Basis: Agentur-Schätzungen. Keine exakten ROI-Benchmarks verfügbar.
Laufende Wartungskosten: Doppelte System-Maintenance
Hostpress warnt: „Zwei Systeme – doppelte Arbeit für Updates, Sicherheit, Fixes.“ Konkret:
- WordPress-Backend: Core-Updates (4–6x/Jahr), Plugins (wöchentlich), Patches
- Frontend: npm-Updates (monatlich), Framework-Releases (Next.js ~2x/Jahr), Node.js
- API-Schnittstelle: Seltene, aber kritische Breaking Changes in REST API
Kosten:
- Traditionell: 50–150 €/Monat (Managed Hosting + Updates)
- Headless: 150–400 €/Monat (zwei Hostings + Dev-Stunden)
Für KMU ohne Dev-Team: Externe Wartung 1.500–3.000 €/Jahr extra. Eine professionelle WordPress Wartung und Betreuung kann hier entscheidend sein, um Ausfallzeiten zu vermeiden.
Developer-Skill-Anforderungen: Warum Headless teure Spezialisten braucht
Traditionell reicht PHP + Themes. Headless fordert:
- Backend: PHP, WordPress-APIs, Custom Post Types, WP-CLI
- Frontend: JavaScript (ES6+), React/Vue, State Management, Build-Tools (Webpack, Vite)
- DevOps: Git, CI/CD, Server, CDN
MBIT Websites: „Steile Lernkurve“ für reine WordPress-Teams. Stundensätze: 90–150 €/h (Headless) vs. 60–90 €/h (klassisch).
Hidden Costs: Plugin-Inkompatibilitäten und Custom-Development
WPMet nennt Fallen:
- Page Builder ersetzen: Elementor-Layouts nachbauen (10–30 Stunden)
- Forms: Contact Form 7 nutzlos – Custom API + Frontend (5–10 Stunden)
- SEO-Plugins: Yoast verliert Previews – Custom Meta nötig
Faustregel: 30–50% mehr Zeit für pluginbasierte Features.

Performance-Vorteile: Was ist realistisch messbar?
Core Web Vitals: Wie viel schneller ist Headless wirklich?
Versprechen viele. Benchmarks rar. Hostpress: „Deutlich schneller.“ Qualitative Daten:
- LCP: SSG in 0.5–1.5s (vs. 2–4s traditionell mit Plugins)
- FID: React/Vue mit Code-Splitting <100ms (vs. 200–500ms jQuery-Themes)
- CLS: Statische Layouts vermeiden Shifts
Realistisch: 20–50% schnellere Zeiten. Voraussetzung: Korrekte Implementierung. Schlechtes React kann langsamer sein als gutes traditionelles WordPress.
CDN und Caching: Static Site Generation als Game-Changer
SSG erzeugt HTML beim Build. CDN (Cloudflare, Vercel Edge) liefert global <50ms Latenz.
Traditionell mit WP Rocket + Cloudflare nah dran. Aber PHP pro Aufruf. Bei 10.000 Users bricht es ein. SSG skaliert.
WP Munich: „Bessere Skalierbarkeit bei Traffic.“ Praxisbestätigt.
Database Query Reduction: API-Calls vs. direkte DB-Zugriffe
Traditionell: 20–100 Queries/Seite (Plugins, Widgets). Headless SSG: Null im Frontend. Daten bei Build gerendert.
Ausnahme: Dynamik (Login, Warenkorb) braucht API. E-Commerce-Vorteil sinkt.
SEO-Impact: Verbessert Headless wirklich Rankings?
John Mueller (Google, 2023): „Speed zählt, Content mehr.“ Indirekt besser:
- Schnelligkeit senkt Bounce Rate
- Mobile (Next.js AMP) boostet Rankings
Kein Auto-Boost. SEO-Basics manuell im Frontend. Fehleranfälliger als Yoast. Eine durchdachte SEO-Strategie für Kleinunternehmen bleibt auch bei Headless unverzichtbar.
Typische Migrationsprobleme und wie man sie vermeidet
Plugin-Inkompatibilität: Was funktioniert nicht mehr?
WPMet listet:
- Page Builder: Elementor, Divi, WPBakery – nutzlos
- Live-Preview: Customizer zeigt nichts
- Forms: Contact Form 7, Gravity Forms – Backend ok, Frontend custom
- Membership: MemberPress – Sessions kompliziert
Prüfen Sie vorab die Plugin-Liste. Alles mit Frontend-Output: Ersetzen.
API-Sicherheit: REST API exposed = Angriffsfläche
REST API standardmäßig öffentlich. Risiken:
- User Enumeration: /wp-json/wp/v2/users listet Autoren
- Scraping: Vollständiger Content-Abruf
- DDoS: Offene Endpunkte
Fixes:
- Authentication: JWT-Tokens
- Rate Limiting: WP REST API Controller
- Disable unused: Code deaktiviert /users, /comments
MBIT Websites: „API-Sicherheit von vorn planen.“
Kein visuelles Editing: Redakteure verlieren WYSIWYG
Gutenberg zeigt Live-Preview. Headless: Nur Backend-Felder. Frontend separat.
Problem: Workflow-Bruch. Wechsel zwischen Admin und Preview.
Lösungen:
- Preview-API: Next.js Preview Mode für Drafts
- Headless Builder: Stackbit, Builder.io (kostenpflichtig)
Dealbreaker für non-tech Redakteure.
Deployment-Komplexität: CI/CD statt FTP-Upload
Traditionell: FTP oder Admin-Upload. Headless:
- Git push
- CI/CD triggert Build (Vercel, Netlify)
- 2–10 Minuten Build
- Production-Deployment
Agenturen mit Git: Unkompliziert. KMU ohne DevOps: Hohe Hürde.
Wann lohnt sich Headless WordPress für KMU?
Decision Framework: 5 Kriterien für Go/No-Go
1. Traffic-Volumen: Ab 50.000+ Pageviews/Monat. Unter 10.000: Caching reicht.
2. Multichannel-Bedarf: App, Kiosk, Voice? Ja. Nur Website? Nein.
3. Performance-Anforderungen: E-Commerce <1s oder internationale Sites? Ja. 2s ok? Nein.
4. Dev-Ressourcen: Team oder 15.000+ € Budget? Ja. DIY? Nein.
5. Content-Workflow: Tech-affine Redakteure? Ja. Pure Marketing? Nein.
Econsor (2026): „Meist Overkill für Mittelstand. Nur Sonderfälle.“
Use Cases für KMU: Wo es trotzdem Sinn macht
Szenario 1: Online-Magazin mit 100.000+ Pageviews/Monat
SSG entlastet Server um 80%. CDN spart Kosten. ROI: 6–12 Monate.
Szenario 2: SaaS-Startup mit Marketing-Site + Produkt-App
WordPress für Blog/Landings, React für App. Einheitlicher Stack. Weniger Context-Switch.
Szenario 3: Agentur-Portfolio mit Custom-Design
Design-Freiheit ohne Themes. Lohnt bei Design-USP.
Anti-Pattern: Standard-Site (5–20 Seiten, Kontakt, News). Elementor: 3x günstiger, schneller live.
Wann ist Headless WordPress Enterprise-gerecht?
Skalierbarkeit: Wie Headless bei Millionen Pageviews performt
1M+ Pageviews überfordern traditionell ohne teure Infra (Balancer, Redis). Headless SSG:
- Statik gecacht im CDN
- API nur bei Updates
WP Munich: „Deutlich skalierbarer.“ Bei Millionen-Pageviews bewährt.
Omnichannel-Publishing: Ein Backend für Web, App, IoT
Zentral pflegen, ausgeben auf:
- Website (Next.js)
- App (React Native)
- Smart TV (Custom)
- Voice (Alexa)
Medienhäuser: Ein CMS statt vier. Redaktionsaufwand halbiert.
Team-Struktur: Wann sich spezialisierte Dev-Teams lohnen
Enterprise: Backend (PHP), Frontend (React), DevOps. Headless trennt klar. Parallel arbeiten, keine Konflikte. Effizient ab 5+ Devs.

Praxis-Beispiele: Real-World Implementations
Beispiel 1: MBIT Websites – Magazine mit hohem Traffic
Wer: MBIT Websites (deutsche Agentur)
Tool/Methode: WordPress als Headless CMS mit REST API + modernes Frontend (Framework nicht spezifiziert)
Anwendungsfall: Umfangreiche Online-Magazine mit hohem Traffic
Ergebnis: „Deutlich schnellere Websites“ (qualitativ). Reduzierte Server-Last bei Spitzen.
Herausforderung: Plugin-Einschränkungen (keine Page Builder), Lernkurve für Redakteure ohne Preview.
Erkenntnis: Lohnt für Content-Sites >50k Pageviews/Monat. Braucht Redaktions-Training.
Beispiel 2: WP Munich – Multichannel-Plattform für Unternehmenskommunikation
Wer: WP Munich (Münchner WordPress-Agentur)
Tool/Methode: Headless WordPress mit React/Vue + REST API
Anwendungsfall: Multichannel-Publishing (Website, Mobile App, Digital Screens)
Ergebnis: Bessere Skalierbarkeit bei Spitzen, kürzere Ladezeiten via CDN. Ein Backend für drei Kanäle.
Herausforderung: Doppelte Wartung (Backend + App), kein Live-Preview.
Erkenntnis: ROI positiv bei Multichannel. Overkill für Single-Channel.
Beispiel 3: E-Commerce mit WooCommerce Headless (theoretisches Szenario)
Keine konkreten Cases im Briefing, aber: WooCommerce Headless möglich (REST API + React-Frontend). Herausforderungen:
- Session-Handling: Warenkörbe API-synchronisieren
- Payment-Gateways: Viele brauchen WooCommerce-Frontend
- Performance: Bei 10.000+ Produkten API-kritisch
Fazit: Traditionell + Caching günstiger für Standard. Bei Custom-UX (AR, PWA) machbar.
Tools & Technologie-Stack für Headless WordPress
Backend: WordPress-Plugins für API-Optimierung
| Plugin | Preis | Funktion | Vorteil | Nachteil |
|---|---|---|---|---|
| WPGraphQL | Kostenlos | GraphQL-API statt REST | Präzisere Queries, weniger Overhead | Lernkurve für GraphQL |
| ACF (Advanced Custom Fields) | 49 $/Jahr (Pro) | Custom Fields für strukturierte Inhalte | Flexibles Content-Modeling | Kostenpflichtig für erweiterte Features |
| WP REST API Controller | Kostenlos | Rate Limiting, Endpoint-Kontrolle | Sicherheit gegen DDoS | Manuelle Konfiguration nötig |
| JWT Authentication | Kostenlos | Token-basierte API-Auth | Geschützte Endpunkte | Kein Support für alle Hosting-Umgebungen |
Frontend: Framework-Auswahl
| Framework | Typ | Best For | Learning Curve |
|---|---|---|---|
| Next.js | React SSR/SSG | Enterprise, Performance-kritisch | Mittel |
| Nuxt.js | Vue SSR/SSG | Teams mit Vue-Erfahrung | Niedrig-Mittel |
| Gatsby | React SSG | Content-Sites ohne häufige Updates | Mittel |
| Astro | Multi-Framework | Hybrid-Projekte (React + Vue) | Niedrig |
Hosting: Wo Backend und Frontend laufen
- WordPress-Backend: Traditionelles Hosting (Hostpress, Kinsta) oder Headless-optimiert (WordPress VIP). Kosten: 20–200 €/Monat.
- Frontend: Vercel (Next.js-optimiert), Netlify (alle Frameworks), Cloudflare Pages. Free Tier oft ausreichend für KMU, Enterprise: 50–500 $/Monat.
DevOps: CI/CD-Pipeline
Typischer Ablauf:
- Redakteur publiziert Post in WordPress
- Webhook startet Build-Prozess (Vercel, Netlify)
- Frontend holt neue Daten via API
- Build erzeugt statische Seiten
- Deployment auf CDN
Tools: GitHub Actions (kostenlos für Public Repos), GitLab CI, Vercel Integrations.
Die Debatte: Headless für KMU – sinnvoll oder Hype?
Position A: Nur für Enterprise/hohe Anforderungen
Vertreter: WP Munich, Hostpress, MBIT Websites
Argumente:
- Hoher Setup- und Wartungsaufwand (2–3x Kosten)
- Dev-Kenntnisse zwingend (JavaScript, APIs, DevOps)
- Lohnt ab 50.000+ Pageviews/Monat oder Multichannel
- Plugin-Ökosystem größtenteils nutzlos
Zitat Hostpress: „Viele Plugins funktionieren nicht plug-and-play, da sie auf traditionelles Frontend angewiesen sind.“
Zitat WP Munich: „Zwei Systeme bedeuten doppelte Arbeit für Updates, Sicherheit und Fehlerbehebung.“
Position B: Auch für KMU machbar, wenn Performance priorisiert wird
Vertreter: MBIT Websites (ambivalent), WPMet
Argumente:
- Performance-Vorteile (20–50% schnellere Ladezeiten) rechtfertigen Mehrkosten
- Flexibilität für Erweiterungen (Apps, Kanäle)
- Managed Services (Strattic, Headless Hosting) senken Hürden
Zitat MBIT Websites: „Schnellere Websites durch API-basierte Architektur“ – aber Warnung vor Komplexität.
Einordnung: Position A hat mehr Evidenz
Quellen betonen Komplexität und Kosten. Keine KMU-ROI-Benchmarks.
Zukunftsausblick: Headless WordPress 2026 und darüber hinaus
AI-Integration in Headless-Setups
Digirelation (2026): AI-Optimierung wird Standard. Headless-Vorteil:
- API-first: AI (OpenAI, Vertex AI) holt Content direkt
- Personalisierung: Frontend liefert AI-Varianten (A/B-Tests)
Beispiel: Basis-Artikel aus WordPress. AI passt personalisiert an. Einfacher als PHP.
GraphQL statt REST: Trend für 2026+
WPGraphQL wächst. Vorteile:
- Kein Overfetching: Nur gewünschte Felder
- Single Request: Verschachtelt in einer Query
Nachteil: Lernkurve. Lohnt bei komplexen Strukturen (E-Commerce).
Headless WordPress vs. native Headless CMS
Scriptflow (2026): Native (Strapi, Contentful) überlegen – API-pur, kein Legacy. WordPress: Plugins, bekanntes Admin.
Prognose: WordPress für Content-Teams. Native für Dev-First.
Fazit: Headless WordPress 2026 – klare Kriterien statt Bauchgefühl
Key Takeaways:
- Headless WordPress ist kein Standard-Setup – Kosten steigen um Faktor 2–3, Komplexität erfordert JavaScript-Expertise und DevOps-Know-how.
- Performance-Vorteile sind real, aber kontextabhängig – SSG via Next.js liefert 20–50% schnellere Ladezeiten bei hohem Traffic. Für Websites mit <10.000 Pageviews/Monat ist traditionelles WordPress mit Caching ausreichend.
- Multichannel ist der stärkste Use Case – Ein WordPress-Backend für Web, App und IoT rechtfertigt Mehrkosten. Single-Channel-Websites haben kaum ROI.
- Migrationsprobleme sind real – Plugin-Inkompatibilität, fehlender Live-Preview und doppelte Wartung sind keine theoretischen Risiken, sondern Praxis-Alltag.
Handlungsempfehlung für KMU:
Starte nicht mit Headless, außer du erfüllst mindestens 3 von 5 Kriterien: 50.000+ Pageviews/Monat, Multichannel-Bedarf, internes Dev-Team, Performance-Anforderungen <1s Ladezeit, Budget 15.000+ € für Setup.
Handlungsempfehlung für Enterprise:
Headless WordPress ist 2026 Standard für skalierbare Content-Plattformen. Investiere in GraphQL-Know-how, plane 6–12 Monate für Migration, setze auf etablierte Frameworks (Next.js, Nuxt.js).
Realitäts-Check:
Headless WordPress löst technische Probleme (Performance, Skalierung, Multichannel), schafft aber organisatorische Herausforderungen (Redaktions-Workflows, Wartung). Keine Technologie-Entscheidung ohne Prozess-Analyse. Wer nicht bereit ist, in Entwickler-Ressourcen zu investieren, sollte bei traditionellem WordPress bleiben – gut optimiert schlägt es schlecht implementiertes Headless. Für den Einstieg in WordPress empfehlen wir unseren Artikel zu WordPress für Kleinunternehmen.
FAQ
Ist Headless WordPress sicherer als traditionelles WordPress?
Nein, nicht automatisch. Headless trennt Frontend vom Backend – XSS oder Injection am Frontend trifft WordPress nicht direkt. Die REST API bleibt aber öffentlich: User Enumeration (/wp-json/wp/v2/users leakst Nutzernamen), Content Scraping möglich. Ohne Maßnahmen (JWT, Rate Limiting mit WP REST API Controller, unused Endpoints deaktivieren) wächst die Angriffsfläche. Traditionell mit Wordfence oft sicherer out-of-the-box. Pluspunkt Headless: Backend isoliert auf separatem Server. Fazit: Proaktive API-Sicherheit nötig, Isolation hilft.
Kann ich WooCommerce mit Headless WordPress nutzen?
Ja, mit Einschränkungen. WooCommerce REST API für Produkte, Bestellungen, Kunden. React/Vue-Frontend kommuniziert via API. Probleme: Sessions für Warenkörbe (Cookies domain-übergreifend tricky), Payment-Gateways erwarten WooCommerce-Frontend, Checkout custom. Tools wie WooCommerce Blocks oder Frontity erleichtern. Nicht plug-and-play. Nur für Custom-UX (PWA, AR) oder extreme Performance. Standard: Traditionell + Caching günstiger.
Wie lange dauert die Migration von traditionellem zu Headless WordPress?
KMU-Projekt (20–50 Seiten, Blog, Kontakt): 4–8 Wochen. Backend (Custom Post Types, ACF, API): 1 Woche. Frontend (App, Routing, Integration): 2–4 Wochen. Testing (Browser, Performance, API): 1 Woche. Deployment (CI/CD, Hosting): 3–5 Tage. Enterprise (100+ Seiten, Multichannel): 3–6 Monate. Extra: Content-Migration, Schulung, Bugfixes. Oft unterschätzt: API-Sicherheit, Optimierung – 30–50% mehr Zeit.
Welche Hosting-Kosten fallen für Headless WordPress an?
Zwei Umgebungen: Backend (PHP/Managed: Hostpress, Kinsta) 10–100 €/Monat. Frontend (Vercel, Netlify): Free für KMU (<100k Views), dann 20–200 $/Monat. Enterprise: WordPress VIP (ab 2.000 $/Monat) + Vercel Enterprise (ab 150 $/Monat). Plus: CDN (oft inklusive), Builds (Vercel: 0,50 $/Min. über 300). KMU gesamt: 30–150 €/Monat. Enterprise: 500–5.000 $/Monat. Traditionell: 20–200 €/Monat. Headless 1,5–3x teurer.
Funktionieren SEO-Plugins wie Yoast oder Rank Math mit Headless WordPress?
Eingeschränkt. Yoast generiert für traditionelles Frontend. Headless: Frontend rendert selbst. Yoast REST Extension exportiert Daten (Title, Description) via API. Next.js next-seo integriert. Fehlende Features: Previews, Readability, Keyword-Fokus. Sitemaps via WP GraphQL Sitemap oder Code. Schema manuell (JSON-LD). Machbar, aber aufwändiger. Kein One-Click.
Kann ich mit Headless WordPress noch den Block-Editor (Gutenberg) nutzen?
Ja, eingeschränkt. Gutenberg im Admin für Content. Blöcke rendern aber traditionelles HTML – Frontend ignoriert es. Optionen: HTML via REST exportieren (unflexibel). WPGraphQL Gutenberg wandelt zu JSON, Frontend baut Komponenten (aufwändig pro Block). Alternativen: Stackbit, Builder.io (50–200 $/Monat). Workflow-Bruch für Gutenberg-Nutzer: HTML akzeptieren oder nachbauen. Einfach: Classic Editor + ACF.
Gibt es Managed Services für Headless WordPress, die technische Hürden senken?
Ja. Strattic (Elementor): Backend hostet, Frontend SSG auto – kein Code. Ab 150 $/Monat. Flexibilität gering. Shifter: Ähnlich, ab 25 $/Monat. Frontity: Open Source React-Framework. WordPress VIP: Enterprise mit CI/CD (ab 2.000 $/Monat). Services senken DevOps, Frontend bleibt nötig (außer Strattic). Für KMU ohne Team: Strattic. Teurer als Managed traditionell.
Wie funktioniert Content-Preview bei Headless WordPress ohne Live-Frontend?
Große Herausforderung. Kein Standard-Preview. Next.js Preview Mode: Route fetcht Drafts via API, rendert temporär. Link aus WordPress. Setup nötig. Alternative: Separates Theme nur für Preview. Oder Visual Editing (Sanity, Builder.io). WPMet: „Kein Live-Vorschau-Zugriff – extra Aufwand.“ Oft Dealbreaker für non-tech Teams.














